Mein wechsel zu ownCloud

In diesem kurzen Beitrag möchte ich gerne meinen Wechsel weg von Dropbox und Google Contacts/Calendar hin zu meiner eigenen ownCloud beschreiben.

Was genau waren meine Beweggründe?

Die Dienste von Dropbox und Google sind so ausgereift und einfach in der Handhabung, dass es eigentlich keinen Grund gibt, diese nicht zu nutzen. Sie funktionieren einfach. Sie machen mein Leben leichter, in dem ich von überall aus auf meine Dateien, Kontakte, Kalendereinträge und vieles mehr zugreifen kann.

Nur leider gibt es da einen kleinen, aber faden Beigeschmack. Ich kann zwar meine Daten über wirklich intuitive Benutzeroberflächen – sei es jetzt ein Client auf dem Smartphone/PC oder die (mobile) Website – verwalten, aber wirkliche Kontrolle darüber wo und wie meine Daten gespeichert werden, habe ich nicht. Ich weiß auch nicht genau, inwiefern diese Daten sicher sind, bzw. diese nicht sogar weiter gegeben werden.

Grundsätzlich sollte man sich immer im klaren sein, dass Daten, die meine häusliche Festplatte verlasen, potenziell angreifbar sind und diese, ohne mein Wissen, missbraucht werden können. Daher stellt sich nun die Frage, wie sensibel dürfen meine Daten sein.

Bei mir handelt es sich nicht um wirklich sensible Daten. Dennoch möchte ich nicht, dass diese auf ausländischen Servern gespeichert sind.

Ich habe mich daher vor einiger Zeit dazu entschlossen, meine Daten in meiner eigenen Cloud zu speichern. Als Cloud-Service nutze ich dafür ownCloud. Was ownCloud ist werde ich hier nicht beschreiben, sondern verweise auf die Website des Anbieters und Wikipedia (die meisten Leser werden ohnehin über ownCloud ein Stück weit informiert sein).

Was habe ich für konkrete Anforderungen?

Meine eigene Cloud soll für mich ein Ort sein, wo ich meine Dateien ablegen und diese auch teilen kann. Außerdem ich möchte ich meinen Kalender und meine Kontakte mit der Cloud synchronisieren. ownCloud bietet all diese Funktionen und noch vieles mehr. Für’s erste reicht das aber.

Die Installation

Die Installation von ownCloud auf einem Webserver ist kinderleicht. Man läd sich von der ownCloud Website das entsprechende Installations-Skript runter und läd dieses in das html-Verzeichnis des Webservers hoch. Über die Adresse http://beispieladresse.de/setup-owncloud.php kann die Installation gestartet werden. Voraussetzung für die Installation ist, ein Webserver mit php in der Version >= 5.3 und magicquotes sollten deaktiviert sein.

(.de ist natürlich auch nur ein Beispiel)

Der Wizard führt einen in schnellen Schritten durch die Installation, welche wirklich selbsterklärend ist.

Die ownCloud ist dann nach der Installation unter http://beispieladresse.de/cloudname erreichbar.

ownCloud als Speicher für Dateien

Das Ablegen von Dateien gestaltet sich in ownCloud genauso einfach, wie mit Dropbox. Zur Verfügung steht einem die Website zur eigenen Cloud und natürlich, wie bei Dropbox auch, der ownCloud Client. Dieser ist erhältnich für Windows, Linux, Mac OSX, iOS und Android.

Auf meinem PC habe ich Ubuntu 12.04 installiert. Zur Installation des Clients habe ich das ownCloud Repository eingebunden und den CLient mittels sudo apt-get install owncloud-client installiert.

Nach der Installation kann der Client gestartet werden. Man gibt nur noch den lokalen Speicherort für Dateien an und zusätzlich die URL+Passwort zur eigenen ownCloud. Der Client synchronisiert dann automatisch alle Dateien zwischen PC und der Cloud.

Auf meinem Motorola Razr I nutze ich den ownCloud-Client for Android. Die Installation ist, denke ich, selbsterklärend.

ownCloud als Speicher für Kontakte und Kalender

Die ownCloud bietet neben der Funktion Dateien im Netz abzulegen auch die Möglichkeit, seine Kontakte und Kalender mit dem Dienst zu synchronisieren. Das Ganze spielt seine Stärke erst so richtig aus, wenn die Daten auch mit einem mobilen Gerät und einer PIM-Suite (wie Outlook, Evolution oder Thunderbird mit Lightning) abgeglichen werden können.

Die Kontakt-Daten importiert man ganz einfach über die Website der Cloud im Bereich Kontakte. Dafür klickt im unteren, linken Teil der Anwendung auf das kleine Zahnrad und klickt im Bereich Importieren auf den „Select file…“ Button.

Die Kalender-Daten werden auf ganz ähnliche Weise importiert. In der Regel existiert bereits ein Default-Kalender, der nur noch mit den importieren Daten versorgt werden muss.

Synchronisation mit mobilen Geräten

Da ich selbst nur ein Android-Mobiltelefon besitze, beschränkt sich der nachfolgende Text auch nur auf die Synchronisation mit einem Android-Gerät.

Für die Synchronisation werden zusätzlich folgende Apps benötigt:

– CardDAV free (für die Kontaktdaten)
– CalDAV (für Kalender – kostenpflichtig, 2,59 €)

Die Installation der beiden Apps sollte wie gewohnt über den Google PlayStore erfolgen.

Einrichtung der Kontakt-Daten

Nachdem die CardDAV App installiert und gestartet wurde, verlangt die App nach der Anlage eines neuen Kontos. Hierzu wählt man CardDav als Kontotyp aus. Auf der nächsten Seite wird die URL zum Kontakt-Speicher (in diesem Fall unsere ownCloud angegeben). Die URL folgt dabei dem Muster:

http://beispieladresse.de/cloudname/remote.php/carddav/addressbooks/username/contacts

Eine SSL Verbindung kann wahlweise eingerichtet werden. Die App benötigt nur noch den Usernamen und das Passwort und versucht sich anschließend sofort mit der ownCloud zu verbinden. Ist der Versuch erfolgreich, können noch weitere Einstellungen getroffen werden. Ich persönlich nutze die Zwei-Wege-Synchronisation mit der Einstellung, dass das mobile Gerät immer gewinnt, sollte es zu einem Konflikt kommen. Diese Art der Synchronisation befindet sich derzeit noch im BETA-Status und sollte mit Bedacht gewählt werden. Ein initiales Backup der Kontakte empfiehlt sich. Ich persönlich habe aber noch keine Problem damit gehabt.

Die Kontakte werden anschließend mit der ownCloud synchron gehalten und in Android-Kontakte-App angezeigt. Die Synchronisation mit den Google-Kontakten kann dann deaktiviert werden.

Einrichtung der Kalender-Daten

Die Einrichtung folgt dem gleichen Beispiel, wie die der Kontakt-Daten. Auch nach dem Start der CalDAV App wird zunächst wieder nach der Anlage eines neuen Kontos gefragt. Wählen Sie diesmal CalDAV als Typ aus und folgen Sie dem Wizard, wie schon bei der Einrichtung der CardDAV App. Die Zwei-Wege-Synchronisation ist auch hier noch im BETA-Status.

Ist die App eingerichtet, muss in der Kalender-App von Android noch der ownCloud Kalender als anzuzeigender Kalender hinzugefügt werden. Es kann jetzt auch der Google Calendar deaktiviert werden.

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